| Veranstaltung: | Rat für Vielfalt, Teilhabe und Dialog |
|---|---|
| Antragsteller*in: | Tobias Reimann |
| Status: | Eingereicht |
| Eingereicht: | 30.06.2026, 15:10 |
A1: Leitbild
Antragstext
Dieses Leitbild soll das gemeinsame Verständnis des Rats für Vielfalt, Teilhabe
und Dialog festhalten und eine gemeinsame Arbeitsbasis zu schaffen.
Wir setzen unsere unterschiedlichen Erfahrungen, Sichtweisen und Kompetenzen
ein, um für eine vielfältiger Sindelfinger Stadtgesellschaft hinzuwirken. Als
vom Gemeinderat gewähltes Gremium beraten Verwaltung und Politik zu Fragen des
Zusammenlebens in einer Vielfältigen Stadtgesellschaft. Dabei machen wir Stimmen
sichtbar, die in den Organen der Stadt nicht immer ausreichend repräsentiert
sind.
Wir glauben an Veränderungen und neue Perspektiven. Vorurteile versuchen wir
abzubauen, in den wir neue Erfahrungen ermöglichen.
Wir diskutieren im Rat mittels der Expertisen der einzelnen Ratsmitglieder, um
Vorschläge zum bessern Zusammenleben für alle in Sindelfingen lebende Menschen
machen. Diese Diskussion soll eine Beratung für Verwaltung und Politik genau zu
diesen Fragestellungen bieten. Wir beraten dabei auf Anfrage oder bieten
Beratung im Rahmen unsere Satzung an. Wir orientieren uns in der Beratung an der
freiheitlichen demokratische Grundordnung und des humanistischen Menschenbildes.
Wir fassen nach eine Diskussion einen gemeinsamen Beschluss, welcher dann
entsprechend weiter gegeben wird.
Solidarität bedeutet für uns, dass wir uns für Themen und Menschen einsetzen,
auch wenn es einen selbst nicht direkt betrifft. Marginalisierte Gruppen und
Diskriminierungserfahrungen werden anerkannt. Wir akzeptieren, dass alle
Menschen Vorurteile haben, da Vorurteile ein Teil der Gesellschaft sind. Nicht
das haben von Vorurteilen ist bedenklich, sondern das unreflektierte Handeln
danach.
Offenheit bedeutet für uns, dass wir andere bewusst wahrnehmen und stets
gegenseitigen Respekt walten lassen. Wir wollen einen gleichberechtige und
wertschätzende Kommunikation, sowie ein aktives Zuhören praktizieren.
Der Rat für Vielfalt, Teilhabe und Dialog versteht Vielfalt als Anerkennung von
Unterschieden in der Sindelfinger Stadtgesellschaft, aber auch das Hervorheben
von Gemeinsamkeiten. Vielfalt hat viele Dimension wie Alter,
Migrationsgeschichte und Nationalität, Geschlecht und geschlechtliche Identität,
körperliche und geistige Fähigkeiten, Religion und Weltanschauung, sexuelle
Orientierung und soziale Herkunft. Der Rat begreift Vielfalt als Bereicherung
und Impulsgeber für eine erfolgreiche und innovative Entwicklung der
Stadtgesellschaft in allen gesellschaftlichen Bereichen wie Politik, Wirtschaft,
Kultur und Soziales. Gelebte Vielfalt setzt die Bereitschaft aller für
Veränderungen voraus. Durch Interaktion der vielfältigen Gruppen wird der
Zusammenhalt und die Teilhabe in der Gesellschaft gestärkt. Die Zusammenarbeit
darf nicht zu Gleichförmigkeit führen, Vielfalt muss vielmehr sichtbar bleiben.
Der Rat sieht seine Aufgabe darin, Vorschläge auszuarbeiten und Impulse zu
setzen, um Vielfalt in allen gesellschaftlichen Bereichen sichtbar und lebendig
zu machen. Der Rat will dazu beitragen, Vielfalt als Normalität zu begreifen,
die ein Miteinander und nicht ein Nebeneinander anstrebt.
Der Rat für Vielfalt, Teilhabe und Dialog versteht Teilhabe als das Recht und
die Möglichkeit aller Menschen, gleichberechtigt, selbstbestimmt und
eigenverantwortlich am gesellschaftlichen Leben aktiv teilzunehmen und es
mitzugestalten. Die Befähigung zur Teilhabe schafft ein Zugehörigkeitsgefühl und
ein gleichberechtigtes Miteinander unabhängig von Alter, Herkunft, Einkommen
oder einer körperlichen oder geistigen Beeinträchtigung.
Der Rat sieht seine Aufgabe darin, Vorschläge auszuarbeiten und Impulse zu
setzen, wo Teilhabe nicht gegeben ist oder ergänzt werden muss. Der Rat möchte
Bewusstsein und Sensibilisierung für Teilhabe schaffen sowie Politik und
Verwaltung aktiv darin unterstützen, die Teilhabe möglichst aller zu
realisieren.
Der Rat für Vielfalt, Teilhabe und Dialog versteht Dialog als notwendigen
Austausch zwischen verschiedenen Gruppen mit dem Ziel, Polarisierung zu
überwinden, Verständnis für das Gegenüber zu entwickeln und Vorurteile
abzubauen. Dialog setzt die Bereitschaft voraus, dem jeweiligen Gegenüber
zuzuhören und eigene Positionen zu überdenken. Er ist ein Werkzeug, um Brücken
zu bauen, faire Kompromisse zu erzielen oder Spannungen und Missverständnisse
abzubauen. Ein kontinuierlicher, offener und konstruktiver Austausch zwischen
verschiedenen Gruppen ist ein Beitrag zu einer friedvollen Stadtgesellschaft. Er
muss nicht notwendigerweise zu einem Ergebnis führen, aber sollte stets
wertschätzend und ohne persönliche Anfeindungen erfolgen.
Der Rat sieht seine Aufgabe darin, Vorschläge auszuarbeiten und Impulse zu
setzen, wo Dialog zu einem besseren gegenseitigen Verständnis führen und
Konflikte abbauen kann und wo durch Dialog gemeinsame Lösungen gefunden werden
können.
Wir wollen für eine Stadt leben, in der Vielfalt sichtbar gelebt wird, Teilhabe
für alle möglich ist und Dialog, Respekt und gegenseitige Wertschätzung das
Gesellschaftliche Miteinander prägen. Dafür wollen wir in unserer Arbeit im Rat
hinwirken. Wir wollen ein anerkannter und fester Ansprechpartner für Fragen des
Zusammenlebens in einer Vielfältigen Gesellschaft für Verwaltung und Politik
sein und auch als solcher wahrgenommen werden. Vielfalt, Teilhabe und Dialog
sollen ein fester Bestandteil zukünftiger Projekte sein und alle Akteure
bekennen sich zu Vielfalt, Teilhabe und Dialog als Gesellschaftliche
Notwendigkeit. Vielfalt, Teilhabe und Dialog soll in der jeweiligen Ausprägung
in allen Altersgruppen eine starke Bedeutung haben.
Wir wollen mit unserer Arbeit das Fundament für die nächsten Generationen des
Rats für Vielfalt, Teilhabe und Dialog legen. Wir wollen ein so positives
Beispiel sein, dass das Projekt auch außerhalb von Sindelfingen die Beachtung
findet, die es verdient hat.
